Il Vento Che Ci Parla (feat. Tazio_)
„Der Wind, der zu uns spricht“
Erscheint am 21. September 2026
Über den Song
Zwei Menschen
„Il Vento Che Ci Parla“ („Der Wind, der zu uns spricht“) ist einer der innigsten und bewegtesten Songs des Albums. Statt Kæthiar über Gesellschaft, Feier oder gemeinsame Ideale zu beschreiben, verkleinert er die Welt auf ihren kleinsten bedeutsamen Maßstab: zwei Menschen, das Meer, den Wind und die Erfahrung, einander ganz gegenwärtig zu sein. Kæthiar muss nicht nur als Vorstellung einer Welt oder einer Gemeinschaft funktionieren, sondern auch im Raum zwischen einem Menschen und einem anderen.
„Lascia il telefono, non c'è linea qui“ ist keine Aussage gegen die Technik. Es klingt eher wie eine zärtliche Einladung, die Außenwelt für einen Moment beiseitezulegen. Das fehlende Signal schafft Nähe: Wo weniger Verbindung zu allem Anderswo besteht, ist mehr Platz, den Menschen zu bemerken, der wirklich da ist. Der zentrale Gegensatz ist deshalb nicht Technik gegen Natur, sondern Signal gegen Gegenwart.
„Parliamo con gli occhi, senza schermi o filtri“ sagt das noch unmittelbarer. Die Bildschirme verschwinden, aber auch die Filter im weiteren Sinn: die Schichten, mit denen Menschen steuern, bearbeiten oder schützen, wie sie gesehen werden. Die Verständigung wird unmittelbar und verletzlich. Wenn die Bildschirme verschwinden, gibt es kein Versteck mehr, und in diesem Moment braucht es auch keines.
Das Bild des Titels, der Wind, der zu uns spricht, macht aus dem Schweigen eine andere Form der Verständigung. Der Wind liefert weder Information noch wörtliche Sätze; er steht für alles, was sich spüren und verstehen lässt, ohne erklärt werden zu müssen. Manches muss nicht gesagt werden, um verstanden zu werden.
„Qui non serve nulla, qui non manca niente“ nimmt den wiederkehrenden Gedanken des Albums vom Genügen auf und macht ihn zutiefst persönlich. In „Magic Blue Afternoon“ („Magischer blauer Nachmittag“) genügte ein gewöhnlicher Moment. Hier genügt die Gegenwart eines anderen Menschen. Nichts wird zurückgewiesen; der Song beschreibt das seltene Gefühl, nicht mehr an das Nächste zu denken, weil im gegenwärtigen Moment nichts Wesentliches zu fehlen scheint.
„La vita è leggera, non ha più un guscio“ fügt den Gedanken einer Verletzlichkeit ohne Angst hinzu. Die „Schale“ lässt sich als die schützenden Schichten, Abwehrhaltungen und Rollen verstehen, die Menschen um sich herum bauen. In diesem Moment werden diese Schichten überflüssig. Man darf sich sehen lassen.
Das Italienische beherrscht die innige Welt des Songs, während der englische Refrain dieses Gefühl nach außen öffnet. Die italienischen Strophen lassen sich als das privatere Gespräch hören, und die englischen Teile erlauben dieser Erfahrung, über die beiden Menschen in ihrer Mitte hinaus zugänglich zu werden. Die Zusammenarbeit mit Tazio_ verstärkt den Maßstabswechsel des Songs: Die Ideale, die das Album gemeinschaftlich erkundet, werden jetzt in der Nähe zwischen zwei Einzelnen erfahren.
Die unterschiedlichen Aussprachen von Kæthiar durch Tazio_ und durch Kaethia_ sind gewollt. Was zunächst klingen mag, als würde Kaethia_ Tazio_ verbessern, ist in Wahrheit das Gegenteil: Beide Aussprachen dürfen bestehen bleiben. Kæthiar hat keine einzige maßgebliche Aussprache; sein Klang darf sich mit Sprache, Akzent und eigener Stimme ändern. Auch wenn Kaethia_ das Wort in der Erzählung als Erste ausgesprochen hat, wird ihre Aussprache nicht zur Norm. Sobald Kæthiar geteilt ist, gehört sein Name nicht mehr einer einzigen Stimme.
Damit wird die Aufnahme selbst zum Beispiel für eines der Grundprinzipien des Projekts: Einheit verlangt keine Gleichförmigkeit. Tazio_ darf eine italienische Stimme nach Kæthiar bringen, während Kaethia_ ihre eigene Aussprache behält, und beide bleiben gleich gültig.
Manchmal beginnt die Verbundenheit, wenn das Signal endet.
Wenn zwischen zwei Menschen nichts mehr steht, kann sogar der Wind sprechen.
Songtext
A. Fontoura / Kaethia_
Lascia il telefono, non c'è linea qui
Solo il vento che ci parla così
Sull'isola di Kæthiar, il tempo si ferma
Un sorriso che non ha più uno schema, cieli aperti
Sabbia fine tra i piedi, la magia che vedi, se solo ci credi
Welcome to Kæthiar, the world is in your hands
No signal here, just the ocean and the sun, the white sand
Feel the heartbeat of the island, pure and bright
Happy and free from the morning to the night
Kæthiar, where the heart belongs
Where we find a way in simple songs
C'è l'odore del mare, non di plastica o fumo
Qui la vita è leggera, non ha più un guscio
Parliamo con gli occhi, senza schermi o filtri
Senza schermi o filtri
Su quest'isola d'oro siamo tutti puri, e non c'è fretta
Non ci sono rumori, solo suono del mare e dei nostri cuori
(dei nostri cuori)
Welcome to Kæthiar, the world is in your hands
No signal here, just the ocean and the sun, the white sand
Feel the heartbeat of the island, pure and bright
Happy and free from the morning to the night
Kæthiar, where the heart belongs
Where we find a way in simple songs
Qui non serve nulla, qui non manca niente, solo il vento in faccia
Solo la vita qui si sente
Kæthiar, Kæthiar
Stay here, stay forever
Kæthiar, Kæthiar, Kæthiar
Mitwirkende
- Komposition
- A. Fontoura / Kaethia_
- Produktion
- A. Fontoura
- Künstlerin
- Kaethia_
- Gastauftritt
- Tazio_
- Label
- Kaexa Music
Informationen zur Veröffentlichung
- Titel
- Il Vento Che Ci Parla (feat. Tazio_)
- Song
- 11 von 12
- Länge
- 3:01
- Album
- One World, One Song
- Erscheinungsdatum
- 21. September 2026